Allgemeine Fragen

Die Abkürzung SiGeKo steht für Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinator.

Er hat die Aufgabe gewerkeübergreifende Arbeitsschutzmaßnahmen zu koordinieren. Er steht dem Bauherren und den Planern in allen Belangen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzes beratend zur Seite.

Die Notwendigkeit der Bestellung eines SiGeKo ist abhängig von der Anzahl der Mitarbeiter auf der Baustelle und der Dauer der Baumaßnahme. Auch das Vorliegen von besonders gefährlichen Arbeiten nach Baustellenverordnung erfordert Koordinatorleistungen.

In der Planung eines Bauvorhabens hat der SiGeKo folgende Aufgaben:

  • Mitwirken, prüfen und beraten bei der Erstellung der Leistungsverzeichnisse bzw. Ausschreibungsunterlagen.
  • Erstellen der Unterlage für spätere Arbeiten
  • Beratung bei der Planung von bleibenden Sicherheitseinrichtungen am Bauwerk, z.B. Dachabsturzsicherungen
  • Beraten bei der Terminplanung und Abstimmung von Ausführungszeiten.
  • Beraten beim Planen der Baustelleneinrichtung, z. B. zu Sozialeinrichtungen oder erste Hilfe
  • Ausarbeitung des Sicherheits- und Gesundheitsschutzplanes (SiGe-Plan).

In der Ausführung eines Bauvorhabens hat der SiGeKo folgende Aufgaben:

  • Bekanntmachen und Erläutern des SiGe-Plans gegenüber allen Beteiligten
  • Koordinieren und Beraten der bauausführenden Firmen mit dem Ziel, gegenseitige Gefährdungen zu vermeiden.
  • Stichprobenhafte Überprüfung der bauausführenden Firmen auf Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften.
  • Anpassen und Fortschreiben des SiGe-Plans bei wesentlichen Änderungen im Bauablauf.
  • Fußnote: Die konkreten Aufgaben des SiGeKo sind in der RAB30 ausführlich gelistet und beschrieben

Die Vorankündigung ist ein Dokument womit das Bauvorhaben bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde angekündigt wird. Sie beinhaltet unter anderem Informationen wie die Anschrift der Baustelle, die Dauer der Baustelle und die Anzahl der auf der Baustelle tätigen Mitarbeiter und Firmen, sowie die Angaben zum zuständigen Sicherheitskoordinator.

Die Vorankündigung muss spätestens bis 14 Tage vor Baustelleneinrichtung bei der zuständigen Arbeitsschutzbehörde vorliegen. Eine Kopie der Vorankündigung ist auf der Baustelle auszuhängen.

Im Sinne der Baustellenverordnung gilt das Einrichten der Baustelle als Baustart. Dazu gehört das Einrichten von Verkehrslenkungen, das Herstellen von Lagerflächen und Baustelleneinrichtungsflächen, aber auch das Roden und Freimachen des Baufelds sind hierunter zu verstehen.

Sobald mehrere Gewerke gleichzeitig oder nacheinander auf meiner Baustelle tätig werden. Auch Nachunternehmer zählen in diesem Zusammenhang als einzelne Gewerke.

Sollte vergessen worden sein einen SiGeKo zu beauftragen, muss dieses schnellstmöglich nachgeholt werden. Es ist in keinem Fall zu empfehlen dieses so lange hinauszuzögern bis das Versäumnis durch die Arbeitsschutzbehörden aufgedeckt wird.

Hierbei handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die durch die zuständige Behörde mit einem Bußgeld geahndet wird.

Weitere Folgen können z. B. ein vorübergehender Baustopp oder Arbeitsschutzauflagen durch die Behörde sein.

Ein SiGeKo soll über eine dem Projekt angemessene Berufserfahrung verfügen. Beispiele hierzu befinden sich in der RAB30 Anlage A. Des Weiteren muss er über arbeitsschutzfachliche Kenntnisse verfügen, hierzu dient die Ausbildung nach RAB 30 Anlage B.

Hinzu kommen spezielle Koordinatorenkenntnisse welche mit der Ausbildung nach RAB30 Anlage C erworben werden.

Auch bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen kann es vorkommen, dass diese von verschiedenen Gewerken oder Unternehmen ausgeführt werden müssen. Auch diese Gewerke sind im Sinne der Baustellenverordnung bzw. der Gefahrstoffverordnung zu koordinieren.

Diese Aufgabe übernimmt der Koordinator nach DGUV 101-004/TRGS 524. Die Voraussetzung hierfür ist, dass der Koordinator sachkundig für Arbeiten in kontaminierten Bereichen ist und dies durch Zertifikate nachweisen kann.

Gemäß Baustellenverordnung sind durch den SiGe-Koordinator der SiGe-Plan und die Unterlage für spätere Arbeiten zu erstellen (sofern diese für die Baumaßnahme notwendig sind). Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, weitere Unterlagen, wie z. B. Baustellenaushänge, Flucht- und Rettungswegpläne, eine Baustellenordnung für die Baustelle zu erstellen.

Auch bei der Übermittlung der Vorankündigung an die zuständige Behörde kann der SiGeKo unterstützen. Diese Leistungen gehören jedoch nicht zu den Grundleistungen und sind somit gesondert zu vergüten.

Nein, zwar wird mit der Beauftragung eines Sicherheitskoordinators die Verantwortung für die Sicherheitskoordination abgegeben jedoch bleibt die Kontrollverantwortung für diese Tätigkeit beim Bauherren oder Bauleiter.

Insbesondere Bauleitern obliegt gemäß der Bauordnungen der Länder eine besondere Verantwortung zur sicheren Durchführung des Bauvorhabens.

Der Sigeko sollte frühzeitig eingebunden werden um bei der Planung von bleibenden Sicherheitseinrichtungen mitwirken zu können. Auch für das Prüfen von Leistungsverzeichnissen in sicherheitstechnischer Hinsicht sowie bei der Planung der Baustelleneinrichtung ist eine Beauftragung des SiGeKos sinnvoll.

Dieser Zeitpunkt stellt in etwa das Ende der Entwurfsplanung dar. Eine Einbindung zu diesem Zeitpunkt ermöglicht es, etwaige Änderungen noch vor Ausschreibung des Projektes zu berücksichtigen.

Der SiGe-Plan zeigt die örtlichen und zeitlichen Überschneidungen der Gefährdungen einer Baustelle. Zu diesen Gefährdungen werden die zu treffenden Sicherheitsmaßnahmen oder vorzuhaltenden Sicherheitseinrichtungen beschrieben.

In Ergänzung hierzu sind die geltenden Vorschriften und Bestimmungen aufgeführt (DGUV, Arbeitsstättenrichtlinien, TRGS, TRBS, etc.).

Der Bauherr kann einen Dritten mit der Wahrnehmung seiner Pflichten aus der BaustellV beauftragen – dieser kann dann im Namen des Bauherrn die Sicherheitskoordination der Baustelle selbst übernehmen oder sich hierfür einen Sicherheitskoordinator bestellen. In diesem Fall bleibt bei ihm die Kontrollverantwortung gegenüber dem SiGeKo.

Trotz der Beauftragung eines Dritten mit der Wahrnehmung von Bauherrenpflichten verbleibt die Gesamtverantwortung für Sicherheits- und Gesundheitsschutz auf der Baustelle beim Bauherren.

Eventuelle Weisungsbefugnisse und Umfang der Haftung bei Versäumnissen und im Schadensfall sind vertraglich zu regeln.
Häufig übernehmen Architekten oder Generalplaner die Funktion des Verantwortlichen Dritten, in dem sie im Auftrag des Bauherrn einen SiGeKo für eine Baumaßnahme bestellen.